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Illegales Streamen kann schwere Folgen haben

eingestellt von Christian Johannsen am 25. September 2020 um 13:10 Uhr
aktualisiert am  25. September 2020 um 13:10 Uhr | Kategorie: Allgemein

Illegales Streamen kann schwere Folgen haben

Die Streamingbranche boomt. Aber nicht alle streamen Filme, Serien oder Sportevents und Co. legal. Was du über die Konsequenzen wissen musst.

Wer keine eigene DVD-Sammlung zu Hause hat und auch kein Geld für Netflix & Co. ausgeben möchte, wird im World Wide Web schnell fündig. Rund 533.000 Personen im Alter von 14 bis 23 Jahren nutzten im Jahr 2018 illegale TV-Streams, ergab eine auf Statista.de veröffentlichte Analyse. Und dass, obwohl die Preise für legale Streaminganbieter im Vergleich zu Kinokarten niedrig sind.

Lange Zeit bewegte sich das illegale Streamen von Filmen, Serien oder Sportevents in der Grauzone, nur die Betreiber der Streamingplattformen wurden rechtlich verfolgt. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im April 2017 ist es auch für private Nutzer strafbar. Wer ertappt wird, muss mit einer finanziellen Strafe rechnen. Denn seit dem Urteil ist das illegale Streamen im Internet eine Urheberrechtsverletzung.

Abmahnung wegen illegalen Streamings

Pro illegalem Stream steht eine Abmahngebühr von 150 Euro an. Die Kosten können so schnell in die Höhe schießen. Hinzu kommt ein Schadensersatz der ursprünglichen Streamkosten von circa fünf bis zehn Euro und ein Unterlassungsanspruch. Dabei muss immer die Haftungsfrage geklärt sein. Andernfalls bindest du dich unnötig an einen lebenslangen Unterlassungsvertrag, und wenn du dann noch einmal illegal streamst, schnellen die Kosten in den dreistelligen Bereich.

Damit du nicht unwissentlich auf illegalen Stream hereinfällst, solltest du dir immer die Seite genauer anschauen. Denn die Richter gehen davon aus, „dass sich Nutzer immer dann illegal verhalten, wenn sie von der Rechtswidrigkeit des verbreiteten Streams Kenntnis hatten oder diese hätten haben müssen“. Anbieter, die folgende Kriterien verlangen oder anbieten, sind deshalb zu meiden:

  • Für die Übertragung mit besserer Qualität wird Geld verlangt.
  • Das Angebot kann nur dann genutzt werden, wenn du das Geoblocking, also die Beschränkung von Film- und Sportrechten auf bestimmte Länder, umgehen musst.
  • Aktuelle Kinofilme und Serien können kostenlos abgerufen werden.
  • Kein Impressum mit Kontaktmöglichkeiten auf dem Streaming-Portal
  • Sitz des Anbieters auf Karibikinseln.

Juristischen Beistand suchen

Du hast bereits einen Abmahnbrief wegen illegalen Streamings erhalten? Dann solltest du dich in jedem Fall an einen Anwalt wenden und ihm die Lage schildern. Auf eine Streamingabmahnung musst du immer reagieren, aber nichts überstürzen und sofort bezahlen oder unterschreiben. Zudem werden auch betrugsmäßig gefälschte Abmahnbriefe versandt. Wie du diese erkennst, erfährst du auf Verbraucherzentrale-hessen.de.

 

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